Kirchgemeinde Groß Pankow-Redlin (Kirche Klein Pankow)

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Die Dorfkirche in Groß Pankow wurde im Jahre 1705 erbaut. Die benachbarten Kirchen von Siggelkow und Klein Pankow ähneln einander sehr. Sie wurden nach Ende des 30-jährigen Krieges als Fachwerkhäuser neu erbaut. Diese Kirche wurde 1650 in Fachwerkbauweise gebaut. Sie steht in Klein Pankow und lag genau wie die Redliner Kirche auf dem Gebiet Preußens. Kirche in Marnitz erbaut 1782. Ihre Vorgängerin war eine alte Fachwerkkirche aus dem Jahre 1590. Der alte hölzerne Glockenturm mit schief angelegtem Satteldach wurde wegen Baufälligkeit 1911 abgerissen und 1913 durch den heutigen Turm ersetzt.

 

Die Kirche in Klein Pankow
von Ulrike Kloss

Klein Pankow – ein kleines beschauliches Dorf zwischen Groß Pankow und Redlin, inmitten eines Moorgebietes, der Gehlsbach schlängelt sich entlang. Ganz in der Nähe der Blanksee, Einladung zum Baden. Es wurde im Jahr 1364 das erste Mal erwähnt und hat eine wechselvolle Geschichte hinsichtlich der Landeszugehörigkeit. Die Gegend rund um Siggelkow gehörte seit dem 13. Jahrhundert bis 1452 zunächst zum Kloster Dünamünde (heute Daugavgriva) in Lettland und dann zum Kloster Templin. Danach gehört das Land zu Mecklenburg-Schwerin.

Klein Pankower Land war Grenzland, mal gehörte es zu Preußen, mal nach Mecklenburg. Pastor Vogler schrieb in der Kirchenchronik: Zur Pfarre Groß Pankow gehörten auch Klein Pankow und Redlin. „Redlin und Klein Pankow waren zwar preußisch wurden aber kirchlich von Groß Pankow versorgt. Alte Groß Pankower können noch den sogenannten „Kirchsteig“ angeben, der von Klein Pankow nach Groß Pankow führte. In Groß Pankow hatten die Bänke gleich rechts neben der Tür an der Seite des Altars den Namen „de Preußenstäuhl“. Da haben also früher die Preußen, d.h. die Redliner und Klein Pankower gesessen, wenn sie nach Groß Pankow in die Kirche kamen. Obwohl auch dort Kirchen waren, muss aber kein regelmäßiger Gottesdienst in den Preußischen Dörfern stattgefunden haben.“
 

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Heute zählt das Dorf ca. 60 Einwohner. So mancher Hof steht einsam und verlassen da. Das ist auf die Geschichte der 50er Jahre zurückzuführen. Damals flohen einige Bauernfamilien in den Westen, ihre Höfe wurden zunächst von der ÖLP später der LPG genutzt. Nach 1990 wurden die Höfe wieder leer geräumt und einige sind es noch immer. Auch zu jener Zeit schrieb Pastor Vogler: Damals gab es in Klein Pankow einen LPG-Vorsitzenden, Roland genannt, der von Pastor Vogler als rabiat bezeichnet wurde. „So wurde damals auch eines Nachts in die Klein Pankower Kirche eingebrochen, die Glocken geläutet, die Kirche verunreinigt und aus der Altarbibel Seiten herausgerissen. Wahrscheinlich war Roland an dieser Tat selbst beteiligt. Er hat die Bauern sehr schikaniert und es soweit gebracht, dass sich am Tage bald keiner mehr zur Kirche traute. Viele alte Einwohner von Klein Pankow und Redlin haben damals das Dorf verlassen. Im Volksmund hieß Klein Pankow nur „Rolandshausen“. “

Im Mai 1958 heiratete Helga Meumann, gebürtige Klein Pankowerin. Ihre Familie war in jener Zeit in den Westen gegangen. Ihr neues zu Hause war im Hannoverschen, wo sie Günter Rudat heiratete. Ihnen schrieb der dortige Pastor zur Trauung ein langes Gedicht. Aus diesem Zeitdokument einige Verse:

„Das ist ja das beste Heizmaterial,
das leuchtet und glüht jetzt und sonst allemal.
Die Liebe von Herzen in glückhaftem Bund,
sie war schon dem Vorfahr der sicherste Grund.

Und wenn auch der Vater der glücklichen Braut
jetzt längst aus dem besseren Weltenraum schaut.
Die Mutter ist da, die unter euch weilt,
und Freude mit allen den Fröhlichen teilt.

Die Braut stammt aus Mecklenburgs Küstengebiet,
das leider durch Krieg in Verlust uns geriet.
Und meinte es noch so böswillig der Feind,
er hat doch viel deutsche Stämme geeint.

Dies tritt bei dem Brautpaar ganz deutlich in Sicht –
Hannover und Mecklenburg kannten sich nicht.
Doch das ist uns allen die freudigste Post:
Vereint sei das Deutschtum von West und von Ost!

Und wenn auch zur Zeit es im Osten so steht.
dass dort alles drunter und drüber meist geht.
So kommt doch, will´s Gott, vielleicht baldigst die Zeit
des deutschen Volks Recht, Freiheit und Einigkeit.“


Nun schreiben wir das Jahr 2011, ein Deutschland gibt es seit 20 Jahren. Die Kirche in Klein Pankow, sie steht noch immer, kann von wechselvollen Zeiten erzählen. Und vor allem davon, wie das Dorf zusammenhielt, als es Anfang der 90er Jahre darum ging, sie abzutragen und zu verkaufen.
 

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Die neue Tür in der Kirche wurde im letzten Winter mit einer gemütlichen Weihnachtsfeier, einem Türenfest,
eingeweiht. Sie wurde gebaut von Auszubildenden der Tischlerei des Jugendfördervereins Dargelütz.