Glockengeschichten oder warum mein Herz bei unserem Glockenklang hüpft


In wenigen Tagen rufen die Kirchen zu den weihnachtlichen Gottesdiensten. Die Glocken sind es, die uns helfen, an den Festtagen pünktlich in der Kirche zu erscheinen. Ja, sie lösen so eine kleine Vorfreude auf das Kommende aus, auf die Geschichten, die erzählt werden, auf das Licht in der Kirche, die Musik,  die vertrauten Menschen. Man könnte auch sagen, die Glocken versetzen unsere Seelen in Schwingung.

Mögen Sie den Klang Ihrer heimatlichen Glocke? Nehmen Sie ihn wahr oder gehören diese Töne zu den „Hintergrundgeräuschen“ Ihres Lebens?  Wie wäre es aber, wenn diese vertrauten Töne fehlen würden? Wenn an den kirchlichen Feiertagen und an den Wochenenden nur ein einsames „Bimbim“ zu hören wäre? Ich wohne in einem Mecklenburger Dorf und bei uns ist das so. Allerdings ist diese Situation nicht freiwillig entstanden. Vor dreihundert Jahren gab es in unserer Kirche eine große ca. 700 kg schwere Glocke und eine weitaus kleinere. Der 1. Weltkrieg ist die Ursache dafür, dass unsere große Glocke verschwunden ist. Mit einer Bekanntmachung vom 1.3.1917 wurden alle Gegenstände aus Aluminium und Bronze, alle tierischen und pflanzlichen Spinnstoffe sowie alle Korkmaterialien für die Kriegsindustrie beschlagnahmt. Deshalb wurde die große Glocke im Verlaufe des Jahres 1917 abgenommen und eingeschmolzen. Im Landesarchiv Mecklenburg findet man die Information, dass in den Jahren 1914 bis 1918 383 Glocken abgeliefert und eingeschmolzen wurden. Der Grund für das Einschmelzen bestand u.a. darin, dass das Glockenmetall zu etwa 15 % Zinn enthielt. Dieses Metall wurde dringend für den Bau von U- Booten benötigt.

Im Herbst 1928 sammelte unsere Kirchgemeinde Geld für eine neue große Glocke. Die Dörfler waren sehr freigiebig und so war die Finanzierung für eine 700kg schwere Glocke sehr bald zusammen. Diese Glocke wurde in Apolda in Mitteldeutschland gegossen und traf im Januar 1929 hier ein.  In der Zeitung stand damals : „Als das Gefährt in die Nähe des Dorfes kam, läutete die kleine, vom Krieg verschonte Glocke. Es war Jubel und Freude, die ihr Schall verkündete, denn sie soll nun nicht mehr einsam und traurig allein im Turm hängen, sondern eine große Schwester neben sich haben.“

Die Freude über die große Glocke währte nicht lange. Die Katastrophe des 2. Weltkrieges nahm ihren Lauf und erreichte mit ihren Auswirkungen natürlich auch unseren Ort.  1940 büßten wir zum 2. Mal unsere große Glocke ein. Sie kam auf den „Glockenfriedhof“ nach Hamburg und wurde dann eingeschmolzen.

Soll es das gewesen sein? Unser Förderverein war da anderer Meinung. In diesem Jahr haben wir beschlossen, unser Geläut wieder zu vervollständigen. Unsere Idee begann ihren Weg in die Wirklichkeit. Statiker, Glockenspezialisten, Zimmerleute, Fuhrunternehmer, Stifter und viele Menschen aus unserem Ort setzen sich dafür ein, dass eine neue große Glocke gegossen werden wird. Vermutlich wird es 2018 soweit sein. Und mein Herz hüpft jedes Mal, wenn ich unsere kleine Glocke höre, weil ich weiß, dass die große Schwester bald da sein wird.

Eine frohe und gesegnete Adventszeit wünsche ich Ihnen.

Herzlichst
Gabriele Zwerschke

Weitere Informationen über die Siggelkower Glocken finden Sie auf der Seite des Kirchenfördervereins.

 
Geburtstag am Klosterhof

Am 15.11.2017 feierte die Tagespflege Klönsnack ihr einjähriges Bestehen.

Reges Treiben, so begann der Tag, die Räume waren festlich Geschmückt, die letzten Vorbereitungen bestimmten den Ablauf, bevor wir unsere Tagesgäste begrüßen durften. Die Mitarbeiter freuten sich darauf den ersten Geburtstag mit ihren Tagesgästen und  Gratulanten zu feiern. Um 8.00 Uhr morgens trafen die ersten Tagesgäste ein, die sogenannte Dorfrunde, sie kommen aus Reddlin, Suckow, Mentin ,Marnitz und Siggelkow und Alle hatten an diesem Tag ein besonderes Lächeln im Gesichter, denn genau wie wir freuten sich auch unsere Gäste auf diesen Tag .Sie nahmen Platz und der Bus fuhr wieder los,  Richtung Stadt um unsere Tagesgäste aus Parchim zu holen .Die sogenannte Stadtrunde. Endlich gegen 9.30 Uhr waren auch sie da. Ein festlich Gedeckter Tisch wartet schon.Sichtlich gerührt nahmen unsere Gäste Platz und ließen sich es sich schmecken. Nebenbei baute der bestellte Alleinunterhalter seine Anlage auf. Zu dieser Zeit hatten sich schon die ersten Geburtstagsgäste eingefunden. Auch sie nahmen mitten in unserer Geburtstagsrunde Platz. Unsere Leiterin Sandra Engelhard ließ es sich nicht nehmen persönlich Danke zu sagen, Danke an unsere Tagesgäste mit denen  jeder neue Tag ein Erlebnis ist, die Menschen die sich freuen zu uns zu kommen in Gesellschaft zu sein, mit uns den Tag zu gestalten ,um es mit den Worten einiger Tagesgäste auszudrücken,  nach Hause zukommen. Ich glaube dieser letzte Satz beschreibt worum es geht, das Gefühl ich bin zu Hause, so soll es sein, den Menschen die zu uns kommen, ein zu Hause zu bieten. Der Dank unserer Leiterin ging natürlich an das Team. Noch einmal zählte Frau Engelhard die Höhepunkte des letzten Jahres auf und es waren einige auf die wir zurückblicken können. Nach diesem festlichen Akt wurde angestoßen, auf die Zukunft. Nun wurde kräftig das Tanzbein geschwungen, wer dass aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr konnte sang die alten Melodien mit, oder war in geselliger Runde im Gespräch vertieft. So verging der erste Geburtstag in der Tagespflege Klönsnack wie im Fluge. Mir bleibt nur noch einmal Danke zusagen, an alle die an uns gedacht haben und uns mit rührenden Geschenken überrascht haben.

 

 

Foto/Text:   Heidi Kirschnick

 
Windpark Redlin nimmt Gestalt an

Nach mehr als 5-jähriger Vorbereitungs- und Planungszeit, in deren Verlauf immer wieder neue Varianten ins Spiel gebracht wurden, zeichnen sich jetzt die endgültigen Strukturen des Windparkes ab. Freundlicherweise hat der Investor - der in Bremen ansässige Windparkentwickler wpd - in unserem Amtsblatt vom 3. März 2017 über das aktuelle Baugeschehen und die weitere Terminplanung informiert. Für unsere Gemeinde sind folgende Sachverhalte wichtig: -Die jetzt zu errichtenden 10 Windenergieanlagen (WEA) der 3 MW-Klasse sind ausschließlich für die Geschäftstätigkeit der wpd vorgesehen. Es handelt sich dabei um Anlagen vom Typ E 101 mit einer Nabenhöhe von 135m und einer Gesamthöhe von 186m. Dieser Typ wird seit 2011 ausgeliefert und ist speziell für moderate Windstandorte ausgelegt. Da nunmehr endgültige Klarheit über die benötigten Flächen für das Baustraßennetz und die einzelnen Anlagen besteht, können auch die Verpachtungsverträge mit den jeweiligen Landbesitzern zum Abschluss gebracht werden. -Im Rahmen eines gesonderten Genehmigungsverfahrens soll im äußersten Nordwesten des Eignungsgebietes eine zusätzliche WEA errichtet werden. Für sie ist ein gemeinsamer Betrieb durch die WEMAG, die Gemeinde und die Fa. Naturwind (Schwerin) in Aussicht gestellt worden. Vorgesehen dafür ist eine Anlage vom Typ E141, die als Prototyp erst seit 2016 existiert und 2017 ihre Markteinführung absolvieren soll. Mit einer Nabenhöhe von 159m sowie einer Gesamthöhe von 229m erreicht sie Horizonte, in denen nur ausnahmsweise Windstille herrscht. Ihre Nennleistung beträgt 4,2 MW, d.h. bei einer durchschnittlichen Windstärke von 6,2m/s soll sie einen Jahresertrag von 13 Mio. KWh liefern. Durch spezielle Beschichtungen soll nicht nur ihr Lärmpegel geringer sein, sondern auch die Erstqualität der Rotoren länger Bestand haben. Dieser maßgeschneiderten Lösung für Schwachwindgebiete steht gegenüber, dass ab diesem Jahr nur noch Anlagen errichtet werden können, die sich in einem Wettbewerb um geringste Förderzuschüsse durchgesetzt haben. Außerdem wird die staatlich garantierte Festvergütung für erzeugten Strom durch verschiedene Regularien abgelöst, die zum Ziel haben, dass … "erneuerbarer Strom nur in der Höhe vergütet wird, die für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen erforderlich ist"(BMWI 2017) Damit muss sich diese Anlage nach ihrer Fertigstellung 2008 den nur schwer vorhersehbaren Schwankungen von Angebot und Nachfrage stellen, so dass eine zuverlässige Risikobewertung schwer fallen dürfte. Unter diesen Umständen müssen wohl bereits in diesem Jahr die Modalitäten einer möglichen Beteiligung der Gemeinde am Betrieb dieser Anlage neu und in Abstimmung mit Kreis und Land neu durchgerechnet werden. -Unabhängig von diesen Besonderheiten steht nunmehr die Realisierung der Ausgleichsmaßnahmen an. Das betrifft für unsere Gemeinde den vollständigen Abriss und die Renaturierung des Niedermühlenkomplexes durch den Investor sowie die (freiwillige) Sanierung des ehemaligen Dorfteichareals in Redlin durch die Fa. Naturwind GmbH Schwerin (dazu den Artikel zu Redlin) hn

 

 
Orion in Siggelkow

Orion in Siggelkow! …oder doch Orient? Ganz egal! Am 18.Februar war es wieder soweit und der Suckower Carnevals Club, der SCC, verzauberte den Saal in Siggelkow für eine Nacht. Diese eine Nacht, wo manche Masken tragen, manche Masken fallen, die eine Nacht der Kussfreiheit und eines zauberhaften und heißen Programms. Der SCC hat eine Show geboten, die Bühne gerockt..atemlos durch die Nacht! Wahnsinn! Egal ob die Tanzeinlagen, die Büttenrede, ein etwas anderes Märchen oder die MiniPlayback-Show…jeder kam auf seine Kosten. Was hier abgeliefert wird ist ziemlich beeindruckend und irgendwie auch echt großes Kino. In diesem Jahr kam dazu, dass der Karnevals-Thron erstmalig einen Siggelkower Prinzen zeigte. Friedrich Lübcke und seine Mandy frönten 5 Auftritte lang der Kussfreiheit – für eine Lübcke Zuckerschnute vielleicht ein Muss?! Prinz Friedrich und Prinzessin Mandy hatten im letzten Jahr einfach unglückliche Plätze und bekamen so wenig vom Programm mit, dass sie dieses Jahr gleich auf den Thron durften. Für die neue Saison suchen die beiden übrigens Thronfolger – wer also gute Plätze sucht und alle SCCStars eh mal küssen wollte: bitte melden! Die Party wurde erneut vom SV Siggelkow organisiert und die Jungs der ersten Männermannschaft schmissen die Bar bis in die frühen Morgenstunden – großes Lob und dickes Dankeschön. Viele schöne Erinnerungen bleiben sicher noch etwas hängen und versüßen uns die Zeit bis zur nächsten Saison – wir hoffen, der SCC bleibt Siggelkow treu. In diesem Sinne: Suckow mokt Rabatz, Siggelkow mokt Rabatz und das letzte Wort des Prinzenpaares: Wie nennt man eine Blondine, die in die Steckdose fasst? Genau..Funkenmariechen

Katrin Stenzel-Pflughaupt

 

 
Brauch wir noch einen Bürgerbus?

Gebrauchen könnten wir ihn immer noch, aber die Randbedingungen für seine Anschaffung und einen wirtschaftlichen Betrieb haben sich mit der Einführung des Rufbus-Systems entscheidend verändert. Nunmehr verfügen die Einwohner unseres Gemeindegebietes täglich über 9 - 12 Möglichkeiten, die Kreisstadt (einschließlich Rückfahrt) oder einen anderen Ortsteil der Gemeinde zu erreichen. Auch die Erreichbarkeit von Lübz und Plau hat sich durch den Taktverkehr auf der Linie 77 deutlich verbessert. Durch die Verzahnung des Parchimer Stadtverkehrs mit den Haltepunkten der Rufbusse sind auch Anschlussmöglichkeiten für Einkaufs-, Behörden- oder Besuchsfahrten zwar mit einem gewissen Zeitaufwand, aber dennoch zu Preisen möglich, denen man mit kostendeckenden Nutzungsgebühren eines Bürgerbusses nicht wirklich etwas entgegen zu setzen hat. Unter diesen Bedingungen wird es schwierig, die notwendige Förderung der

Anschaffung eines eigenen Busses mit fehlender Erreichbarkeit von infrastrukturellen Einrichtungen zu begründen. Ob aber die Gemeinde oder unser Verein z.B. im Ergebnis einer möglicher Beteiligung am Windpark Redlin eines Tages so viel Geld in der Kasse hat, dass ein eigener Bus angeschafft werden kann, steht noch in den Sternen. Unser Verein hat deshalb mit den Betreibern der Tagespflege "Klönsnack" vereinbart, dass der dort noch anzuschaffende Kleinbus auch für uns für ausgewählte Fahrten (z.B. Abendveranstaltungen, Dorffeste, Veranstaltungen im Gemeindezentrum oder auf dem Sportplatz usw.) gegen die Erstattung der Selbstkosten mit genutzt werden kann. Wann diese Anschaffung aber realisiert wird, hängt vor allem von der betrieblichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Klönsnack- Tagespflege ab. Wir werden zu gegebener Zeit über dieses Projekt weiter berichten. hn

 

 
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